Die Göhrde-Morde

Beide Doppelmorde, die im Mai und Juli des Jahres 1989 verübt wurden, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit demselben Täter zuzuschreiben. Er handelte geplant, überlegt und durchdacht. Die Tötungsdelikte führte er mit äußerster Brutalität aus, was sich aus den „Übertötungen“ ableiten lässt, also seinem Tatverhalten, was über die eigentliche Tötung der Opfer hinausging.
Der Tatablauf trägt eindeutige psychopathische Züge. Die Persönlichkeit des Täters dürfte aber zudem mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung einhergehen, die ihn nach außen nur schwer erkennbar macht. Der Narzisst hat viel Geduld, plant präzise und bereitet alles genau vor und wartet auf den richtigen Augenblick. Er hat die Fähigkeit kalt zu kalkulieren.
Nach Auffinden des zweiten Opferpaares mussten die Ermittlungsbehörden davon ausgehen es mit einem Serientäter zu tun zu haben, der erneut töten könnte. Die Ermittler richteten ihre Maßnahmen darauf aus und zeigten in der Region der Göhrde eine hohe Polizeipräsens. Aber die vermeintliche „Serie“ riss ab. Ob der Täter wirklich aufhörte zu töten oder ob er nur sein Aktionsgebiet änderte, ist noch immer eine viel diskutierte Frage, denn es gibt regional vor- und nachgelagerte Tötungsdelikte, in denen es Parallelen zu den Göhrde-Morden gibt.