Offene Hinweise

Die Wurfsendung
Im Ablauf der inzwischen 28 Jahre zurückliegenden Taten hat die Lüneburger Kriminalpolizei im Rahmen ihrer Ermittlungen rund 2.300 Spurenakten angelegt und abgearbeitet, jedoch ohne den entsprechenden Erfolg im Hinblick auf die Aufklärung der Taten. Alle Spuren bezeichnet die Polizei als ausermittelt.
Ein entscheidendes Instrument der Ermittlungsbehörden war der Einsatz eines Phantombildes, das mit Hilfe einer Postwurfsendung sämtliche Regionen im Umkreis der Göhrde im Spätsommer 1989 durch die Tagespresse erreichte. Dieses Phantombild ist jedoch bereits in einer frühen Phase der Ermittlungen als fehlerhaft eingestuft worden. Erst im vergangenen Jahr, im Rahmen der Presseveröffentlichungen zum 25. Jahrestag der Taten, wurde das Phantombild des vermeintlichen Täters durch den Pressesprecher der Lüneburger Polizei, K. Richter, in einem Artikel des NDR, als bedeutungslos bezeichnet worden.
Die dem damaligen Ermittlungsdruck geschuldete schnelle Veröffentlichung des Phantombildes, das aufgrund einer Zeugenaussage aus Bad Bevensen entstand, zeigt somit eine Person, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem tatsächlichen Aussehen des Täters nichts zu tun hat. Dies hat jedoch zur Folge, dass mögliche Personen, die sachdienliche Hinweise zum damaligen Zeitpunkt hätten geben können, dies möglicherweise unterließen, weil die Person, die ihnen auffiel mit der Zeichnung auf dem Phantombild nicht übereinstimmte.
Daraus ergeben sich zwei Folgen:
1. Jede Spurenakte, jeder Hinweis, die aufgrund von Zeugenaussagen angelegt respektive der verfolgt wurde und die mit dem Phantombild in unmittelbarem Zusammenhang standen, sind, unter heutiger Betrachtungsweise, als bedeutungslos bezüglich ihrer Werthaltigkeit einzustufen und führten zwangsläufig dazu, dass die Ermittlungen ins Leere liefen.
2. Es ist somit davon auszugehen, dass es noch immer Menschen gibt, die über Informationen und Hinweise verfügen, die sie durch den Umstand nicht an die Ermittlungsbehörden weiterleiteten, weil sie auf die Richtigkeit des Phantombildes vertrauten. Es gibt demnach Personen, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten, ohne es zu wissen.
Genau diese Informationen könnten aber heute von besonderer Bedeutung sein. Auch wenn die Verbrechen mittlerweile 26 Jahre zurückliegen, ist davon auszugehen, dass sich möglicherweise noch der ein oder andere an bestimmte Einzelheiten erinnert, die er bisher nicht den Behörden mitgeteilt hat.
Ich bitte daher Personen, die sachdienliche Hinweise machen können, Kontakt mit mir aufzunehmen. Bitte nutzen Sie hierfür das Kontaktformular oder die im Impressum angegebene Telefonnummer. Eine vertrauliche Behandlung aller Informationen sichere ich jedem Hinweisgeber selbstverständlich zu.

Die Göhrde-Morde zählen zu den spektakulärsten, unaufgeklärten Mordfällen, der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Sommer 1989 werden zwei Paare, ein Ehepaar und ein Liebespaar, kurz hintereinander, in der Göhrde, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands, brutal ermordet.

Darüber hinaus bin ich auch weiterhin an Informationen von Personen interessiert, die den Ermittlungsbehörden diese bereits mitteilten. Um im Rahmen der geplanten Buchveröffentlichung, die Gesamtumstände der Taten detailliert beschreiben zu können, sind auch wichtige Beobachtungen von damaligen Zeugen für mich von besonderem Interesse.
An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Personen, die mir bisher ihre Beobachtungen und Informationen, im Rahmen meiner Recherchen, direkt oder anonym zur Verfügung gestellt haben. Sie haben mir sehr weitergeholfen.