Wichtige Fragen

Im Zusammenhang mit der Buchveröffentlichung zu den Göhrde-Morden beschäftige ich mich u.a. mit der Beschreibung der Lebensumstände der Opfer, der Rekonstruktion der Tattage bezüglich der Opferbewegungen aus zeitlicher und örtlicher Betrachtungsweise sowie des Bewegungsprofils des Täters vor, während und nach der Tat.
In diesem Zusammenhang möchte ich durch weitere Hinweise Wissenslücken schließen, bereits erworbene Kenntnisse festigen oder bestätigt wissen und/oder neue Überlegungen in die Aufarbeitung mit einfließen lassen.
Daher interessieren mich grundsätzlich jede Art von Beobachtungen und Informationen, die jemand in Verbindung mit den Taten oder zum Umfeld der Opfer respektive eines möglichen Täters machen kann. Ganz gleich, ob diese Informationen bereits den Ermittlungsbehörden mitgeteilt wurden oder ob es sich um Hinweise handelt, die bisher keine offizielle Stelle erreichten, wobei letztgenannte von besonderem Interesse sind.
Neben dem grundsätzlichen Interesse an jeder Art von werthaltigen Informationen zum Fall, veröffentliche ich hier eine Aufstellung gezielter Fragen, zu denen ich mir Informationen erhoffe.

1. Wer kann Angaben zu möglichen Auffälligkeiten/Begegnungen vor der ersten Tat (21. Mai 1989) sowie zwischen der ersten und der zweiten Tat (vom 21. Mai bis 12. Juli 1989) machen, die sich in der Göhrde in den Waldabschnitten des Forsthauses Röthen (Jagen 137, 138, 146, 147 und 168) oder in angrenzenden Gebieten (Jagen 103, 104, 115 und 116 – Richtung Hohenfier) zugetragen haben?

Die Göhrde-Morde zählen zu den spektakulärsten, unaufgeklärten Mordfällen, der deutschen Nachkriegsgeschichte. Im Sommer 1989 werden zwei Paare, ein Ehepaar und ein Liebespaar, kurz hintereinander, in der Göhrde, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Norddeutschlands, brutal ermordet.

Diese Frage ist deshalb wichtig, weil das Phantombild heute bedeutungslos ist und mögliche Begegnungen mit Personen, die mit dem Phantombild keine Übereinstimmung haben, dadurch eine neue Wichtigkeit erlangen. Darüber hinaus bewegte sich der Täter zwischen beiden Taten mit hoher Wahrscheinlichkeit in den genannten Waldabschnitten. Möglicherweise aus Gründen des Nacherlebens seiner Tat oder mit erneuter Tötungsabsicht.

2. Wer kann zu möglichen Fahrzeugbewegungen ab dem 21. Mai 1989 in Winsen/Luhe (im Umkreis der Bahnhofstraße) oder ab dem 12. Juli 1989 in Bad Bevensen (im Umkreis der Straße „Am Klaubusch“) Angaben machen?

Zu der Frage der Fahrzeugbewegungen gibt es widersprüchliche Aussagen. Während es einerseits Zeugenaussagen zur Fahrzeugbewegung über mehrere Tage hinweg, insbesondere in Bad Bevensen „Am Klaubusch“, gibt, die vermutlich dem Täter zuzuschreiben sind, verweist die Polizei heute darauf, dass diese Aussagen als nicht gesichert gelten.

3. Wer hat die Opfer des ersten Tötungsdeliktes (Tattag 21. Mai 1989) oder die Opfer des zweiten Verbrechens (Tattag 12. Juli 1989) an den jeweiligen Tattagen noch lebend gesehen? Wenn ja, wann und wo?

Während sich der Tagesablauf des zweiten Opferpaares recht lückenlos nachzeichnen lässt, liegen für das erste Opferpaar nur wenige Informationen vor, die sich gegenseitig ausschließen. Interessant sind für mich vor allem Informationen zu Begegnungen, die am Tattag vor 14.00 Uhr stattgefunden haben.

4. Wer hat Zeugenaussagen gemacht, die bei den Ermittlungsbehörden zur Erstellung eines Phantombildes geführt haben?

In der Frühphase der Ermittlungen wurden aufgrund von Zeugenaussagen mehrere Phantombilder erstellt, von denen nur das bekannte, veröffentlicht wurde. Mich interessiert vor allem, inwieweit die übrigen Personenbeschreibungen von der des veröffentlichten Phantombildes abweichen.
Die hier veröffentlichten Fragen werde ich im Laufe der Zeit ggf. ergänzen oder korrigieren, sofern mir Informationen vorliegen, die die offenen Fragen beantworten.